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Billigzelte

Billigangebote sprießen auch bei Zelten aus dem Boden. Einfache Firstzelte gibt es schon für ca. 20 Euro. In wirtschaftlich schlechten Zeiten stellt sich dem einen oder anderen potentiellen Nutzer die Frage, ob es wirklich das 300-Euro-Luxuszelt sein muß oder ob für die vier Nächte im Jahr nicht doch ein Billigzelt ausreicht. Wir haben es ausprobiert. Testobjekt war ein Firstzelt von MFT, das für 20 bis 25 Euro von verschiedenen Anbietern unter diversen Handelsnamen vertrieben wird.

Der erste Eindruck war gar nicht so übel. Das Zelt ist mit 1,7 kg relativ leicht und kommt vernünftig verpackt daher. Auch die Verarbeitungsqualität wirkt auf den ersten Blick sauber. Die Größe ist für eine dickere oder 2 dünne Personen ausreichend bemessen. Letztere sollten sich allerdings gut leiden können ;-)

 

Der Aufbau des Zeltes geht schnell, wenn man es vorher schon einmal versucht hat. Der Erstversuch ist nicht leicht, denn nur der Hersteller weiß wohl, wo die mitglieferten Bändchen angebracht werden sollten. Er hätte dieses Wissen mit den Nutzern in einer Bedienungsanleitung teilen sollen. Die fehlt allerdings.

Nach dem Aufbau wird ein Nachteil sichtbar: Konstruktionsbedingt steht eine Zeltstange genau in der Mitte des Einganges. Das stört nicht sonderlich, ist aber gewöhnungsbedürftig. Leider lässt sich das Zelt nicht vernünftig straff abspannen, was bei Starkregen zwangsläufig zu Wasserblasen und damit Wassereinbrüchen führen muß. Da es kein Innenzelt besitzt, sondern nur einlagig aufgebaut ist, treten die bekannten Schwitzwasserprobleme auf. Das Zelt ist damit nicht für Extrembedingungen geeignet. Das Material, aus dem der Zeltboden hergestellt wurde, ist nicht sonderlich haltbar und sehr dünn bemessen. Auch mit die Grenzen der Wasserundurchlässigkeit sind relativ schnell erreicht. Das wenig strapazierfähige Material reißt ein und Feuchtigkeit dringt durch den Zeltboden. Solange es nicht regnet, sind keine weiteren Nachteile festzustellen. Die Reißverschlüsse sind relativ leichtgängig, das Zelt in unseren Breiten auch mit den mitgelieferten Materialien relativ windstabil. Die Zwangslüftung erscheint zweckmäßig und funktioniert, solange es nicht regnet, hervorragend. Allerdings nur, wenn kein großer Wind weht. Dann zieht es.

Große Überraschungen gibt es bei Regen. Besonders bei Starkregen sammelt sich eine gehörige Menge Wasser im Zelt. Sucht man den Ursprung, kommt man auf folgende Quellen des Übels:

- Die schon beschriebenen Löcher im Zeltboden, besonders die sich ständig neu bildenden sehr kleinen

 - Undichte Nähte

- Die unteren Öffnungen der Zwangsbelüftung

Das Wasser läuft auch nicht wieder ab, denn nach Murphy gibt es an der Stelle, wo es sich sammelt, gerade keine Löcher im Zeltboden. Für Übernachtungen im Regen ist das Zelt nur dann geeignet, wenn man vorher intensiv mit Nahtdichter und Imprägniermittel gearbeitet hat.

Fazit: Das Zelt hat ein geringes Packmaß. Und ansonsten bekommt man, was man auch zu zahlen bereit war. Und trotzdem ist das Zelt für denjenigen, der mal im Sommer schnell irgendwo übernachten will, nach einigen Vorarbeiten gut geeignet. Warum sollte man für 3 Übernachtungen im Jahr 250 Euro ausgeben? Für tagelange Übernachtungen in Regengebieten oder gar zur Nutzung in Extremsituationen sind diese Zelte völlig ungeeignet. Für den Normalreisenden eine gute Alternative.

© Dieter TD 12/09